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Geld für Ehrenamt

Anonym am 11.06.13 08:43 Uhr

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Hallo Herrn Müller-Lange, Ich bin evangelisch und habe dort bei der Kirchengemeinde auch einen ehrenamtlichen Job ohne Geld: Ich meine damit, ich trage dort vier mal jährlich die Gemeindebriefe aus, was mir auch sehr viel Spaß macht. Und einmal im Jahr, so wie jedes Jahr, muss ich von Haustür zu Haustür gehen und Geld einsammeln (Spenden). Auch diese Arbeit ist sehr schwer: Manche Leute geben was und die anderen werfen mir die Tür vor die Nase wieder zu: das ist nicht schön. Endschuldigen sie bitte: Ich sage dazu Klinkerputzer!!! Auch diese Arbeit soll jährlich bezahlt werden: weil die Boten das austragen müssen. Mit freundlichen Grüßen. Simone Reiher

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Antwort

Joachim Müller-Lange

Liebe Alexandra,

sehr geehrte Frau Reiher,

leider ist meine erste Antwort automatisch gelöscht worden, es tut mir leid, dass Sie so lange warten mussten.

Zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, dass wir als Kirche dankbar sind für so viel ehrenamtliches Engagement. Sie nehmen sich Zeit, um die Gemeindebriefe auszuteilen und auch, um bei der Straßensammlung mitzuwirken. Ich hoffe, dass auch Ihre Gemeinde diese Dienste sehr wertschätzt.  Ihre Kirchengemeinde versendet die Gemeindebriefe nicht per Post, sondern sorgt dafür, dass sie persönlich überbracht werden. Dabei können wertvolle Kontakte und Beziehungen entstehen.

Auch bei der Straßensammlung achtet die Kirche sehr darauf, dass dieser Dienst ehrenamtlich geschieht. Und das nicht, um Geld zu sparen. Wenn die Kirchengemeinde das Sammeln entlohnen würde, geriete die Sammlung in sehr bedenklich Nähe zu der Arbeit sogenannter "Drückerkolonnen", die Provisionen für eine Mitgliedschaft in einem Verein oder für ein Abonnement einer Zeitschrift erhalten. Als Kirche möchten wir  daran festhalten, dass das gesamte eingesammelte Geld auch den Empängern des Zweckes zugute kommt.

Mir ist sehr bewusst, dass diese Antwort nicht hilfreich ist für Menschen, die jeden EURO und Cent umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben. Sie selbst bringen das Wertvollste ein in diese Arbeit, was Sie haben, ein Stück Ihrer Lebenszeit. Ich wünschte mir, dass unsere Gemeinden die Erlebnisse der Sammelnden dadurch aufnehmen, dass sie ihnen eine Möglichkeit geben, vielleicht bei einem gemeinsamen Abendessen, die  Erfahrungen auszutauschen und auch den Ärger über unfreundliche Zeitgenossen loszuwerden.

Insgesamt möchten wir als Kirche daran festhalten, dass das Ehrenamt dadurch so wertvoll ist, dass es unentgeltlich geschieht. Müssten viele Dienste entlohnt werden, könnten sich die Gemeinden manche Dienste gar nicht mehr leisten. Vielleicht besteht in Ihrer Gemeinde die Möglichkeit, vor der nächsten Sammlung über solche Beschwernisse ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu schaffen, damit die ehrenamtlichen Sammlerinnen und Sammler auch mit guter Vorbereitung und Einstimmung an ihr Werk gehen können.

Joachim Müller-Lange

 

 

 

 

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