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Missbrauch im Ehrenamt vorbeugen?

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Es kommt leider immer wieder vor, dass Erwachsene gegenüber Kindern übergriffig werden. Sexueller Missbrauch und Nötigung sind leider keine Fremdworte; auch nicht im freiwilligen Engagement. Lässt sich dem nur mit persönlichem Kennen Lernen vorbeugen, oder gibt es da noch andere (konzeptionellen) Vorsichtsmaßnahmen (Vol. Polizeiliches Führungszeugnis)?

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Erika Georg-Monney

Wenn Erwachsene mit Kindern umgehen, ist immer ein Machtgefälle im Spiel und ja, leider nutzen viel zu viel dies aus - auch im Ehrenamt in der Kirche.  Persönliches kennen lernen und Beziehungen unter den Ehrenamtlichen pflegen ist sicher ein wichtiger Aspekt, aber nicht genug. Sowohl die Evangelische Kirche im Rheinland als auch die Evangelische Jugend im Rheinland haben umfassende Maßnahmen ergriffen, um sexueller Gewalt vorzubeugen und Opfer zu ermutigen, nicht länger zu schweigen. Die entstandenen Materialien sind für Kirchengemeinden gedacht und lassen sich vor Ort umsetzen.
Für die EKiR im Ganzen gilt der Leitfaden "Zeit heilt keinesweg alle Wunden".  Zu bestellen oder zum Dowonload zu finden unter:  http://www.ekir.de/ansprechstelle/Downloads/1.0-ekir2013-01-08zeit_heilt_keineswegs.pdf

Unter dem Titel "Ermutigen - Begleiten -Schützen" hat die Evangelische Jugend im Rheinland sowohl Qualitätskriterien zum Kindesschutz als auch eine Handreichung zum Umgang mit sexueller Gewalt veröffentlicht. Zu bestellen, bzw. zum Download unter: http://jugend.ekir.de/kinder-jugend/kindesschutz.php. Darin enthalten ist u.a. eine Selbstverpflichtung nicht nur für Ehrenamtliche.
Das Gespräch über diese Selbstverpflichtung in der Gemeinde mit jedem Einzelnen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter, bzw. Mitarbeiterin ist ein wichtiges Instrument zur Prävention sexueller Gewalt und Gewalt überhaupt.
Das Einholen eines sog. erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses (ich vermute Sie meinen dieses Dokument) ist vom Bundeskinderschutzgesetz verbindlich vorgesehen für alle beruflich in der Kinder- und Jugendarbeit Tätigen und für alle Ehrenamtlichen, die nach Art, Intensität und Dauer als risikoreich einzuschätzende Tätigkeiten ausüben. Dieses Dokument ist allerdings nur als ein Baustein in einem umfangreichen Kinderschutzkonzept zu sehen und bietet keinerlei Sicherheit vor Tätern und Täterinnen.

In der Gemeinde, im Jugendverband, in der Kirche mit Kindern... wo auch immer wir mit Kindern und Jugendlichen arbeiten ist es in erster Linie wichtig, eine Kultur der Aufmerksamkeit zu erreichen und soviel Vertrauen zu schaffen, dass Betroffene wissen, dass sie sich an uns wenden können, weil wir vorbereitet sind und wissen, wer weiterhelfen oder beraten kann.

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